Östlicher Perlmuttfalter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 29. Mai 2018 um 14:41 Uhr durch Bellargus (Diskussion | Beiträge) (Falsche Formatierung von Überschrift "Ähnliche Arten"). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Östlicher Perlmuttfalter
Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Heliconiinae
Gattung: Argynnis
Art: Östlicher Perlmuttfalter
Wissenschaftlicher Name
Argynnis laodice
(Pallas, 1771)

Der Östliche Perlmuttfalter (Argynnis laodice) ist ein Schmetterling (Tagfalter) aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae).

Merkmale

Sowohl Weibchen als auch Männchen des Östlichen Perlmuttfalters haben eine Spannweite von etwa 50-60 mm. Die Oberseite der Falter hat eine orangefarbene bis gelbbraune Grundfarbe und weist eine für Perlmuttfalter typische schwarze Fleckenmusterung auf. Sie besteht aus den nicht ausgefüllten Zellenflecken einigen Diskalflecken, einer unregelmäßigen Reihe von Postdiskalflecken gefolgt von einer weiteren Reihe kleinerer Submarginalflecken. Der Flügelrand hat keinen schwarzen Marginalsaum, wie etwa beim Großen Perlmuttfalter (Speyeria aglaja) oder dem Feurigen Perlmuttfalter (Fabriciana adippe), sondern ist nur von dreiecksförmigen Marginalflecken eingefasst. Die Weibchen besitzen oft einen kleinen, weißen Subapikalfleck, die Männchen auf den unteren Vorderflügeladern Cu2 und A, undeutliche Duftschuppenstreifen. Die Unterseite im Außenbereich der Hinterflügel weist eine braunrote bis violette Grundfärbung auf, die mit einigen sehr undeutlichen, manchmal kaum sichtbaren, Fleckenreihen durchsetzt ist. Der Innenbereich ist gelblich bis grünlich gefärbt, lediglich am Übergang von Basal- zu Diskalbereich wird er von einer undeutlichen, braun-roten Linie senkrecht durchzogen, eine kürzere weniger auffällige folgt im Diskalbereich. Den hellen Innenbereich und den violett-braunen Außenbereich trennt eine weiße, unterbrochene Binde. Der Außenbereich ist hier am dunkelsten und hellt sich Richtung Flügelrand zunehmend auf. Durch die auffällige Unterseite ist die Art mit wenigen anderen zu verwechseln. Nur der Brombeer-Perlmuttfalter (Brenthis daphne) und entfernter auch der Mädesüß-Perlmuttfalter (Brenthis ino) sind durch ähnliche Farbgebung der Unterseite zu verwechseln. Vor allem der Brombeer-Perlmuttfalter ist ähnlich gezeichnet, beide unterscheiden sich vom Östlichen Perlmuttfalter aber erstens durch ihre geringere Größe, zweitens auch durch die weniger deutlich zweigeteilte Färbung der Unterseite. Während beim Brombeer-Perlmuttfalter und beim Mädesüß-Perlmuttfalter die gelb bis grünliche Basal- und Diskalregion von den bräunlich roten Adern durchzogen und in deutliche, mehrfarbige Felder unterteilt wird, scheint diese Region beim Östlichen Perlmuttfalter ruhiger und fast einfarbig. Die Oberseite ähnelt denen anderer Perlmuttfalter, jedoch ist sie durch die gedrungene Flügelform und die großen rundlich-ovalen Diskalflecken und Postdiskalflecken einfach von diesen zu Unterscheiden. Außerdem sind die Diskalflecken meist klar getrennt und nicht verbunden, wie es bei anderen Perlmuttfaltern wie dem Kaisermantel (Argynnis paphia) und dem Kardinal (Argynnis pandora) der Fall ist.

Ähnliche Arten

Brombeer-Perlmuttfalter (Brenthis daphne)

Mädesüß-Perlmuttfalter (Brenthis ino)

Vorkommen und Lebensraum

Der Östliche Perlmutterfalter ist, worauf auch der Name hinweist, für Europa gesehen nur im östlichen Europa verbreitet und kommt dort sehr lückig in niedrigen Lagen vor. Das gesamte Verbreitungsgebiet erstreckt sich jedoch vom nördlichen und östlichen Polen, dem Baltikum und der östlichen Slowakei, dem nördlichen Ungarn und Rumänien, über Russland bis nach Ostsibirien ins Amurgebiet, Korea und Japan. Die Art tritt gelegentlich als Wanderfalter auch außerhalb ihres Verbreitungsgebietes auf. So sind Einwanderungsareale mit nicht bodenständigen Vorkommen das südliche Finnland und die südöstliche Küste Schwedens (mit Gotland), sowie der äußere Nordosten Deutschlands und Tschechiens.  Die westliche Verbreitungsgrenze wird somit am Ostrand von Mitteleuropa erreicht.[1][2]

Als Habitat dienen vor allem feuchte, mit Blüten bestandene Wiesen in niedrigen Höhenlagen. Dabei sind die Wiesen immer mit Wald assoziiert, weil dort die Raupennahrungspflanzen wachsen. Die Falter fliegen daher besonders auf Waldwiesen, Waldlichtungen, an Waldrändern und Waldwegen.[1][3]

Lebensweise

Die Flugzeit der univoltinen Art beginnt in besonders warmen Gebieten Mitte Juni, meist aber Anfang Juli und dauert bis Mitte August.[1]

Die Falter beider Geschlechter saugen besonders gerne an Blüten der Brombeere (Rubus).[3] Als Futterpflanzen der Raupen dienen Veilchen-Arten (Viola) besonders das Sumpf-Veilchen (Viola palustris). Die Eier werden einzeln an Teile der Futterpflanze gelegt. Daraus schlüpfen die Raupen noch im Sommer und überwintern in der Bodenstreu.[1]

Einzelnachweise

  1. a b c d Östlicher Perlmuttfalter (Argynnis laodice). In: Lepiforum. Abgerufen am 29. Mai 2018.
  2. Vadim Tshikolovets: Butterflies of Europe and the Mediterranean area. 2011, ISBN 978-80-904900-0-0.[javascript:]
  3. a b Tom Tolman, Richard Lewington: Collins Butterfly Guide - The Most Complete Field Guide to the Butterflies of Britain and Europe. Harper Collins, London 2008, ISBN 978-0-00-727977-7, S. 182.[javascript:]